Die letzte Volkspartei: Angela Merkel und die Modernisierung der CDU


 
Für die Selbstvergewisserung von Mitgliedern und Funktionären der Partei ein unverzichtbares kritisches, aber wohlwollendes Buch
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(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    Rezension bezieht sich auf: Die letzte Volkspartei: Angela Merkel und die Modernisierung der CDU (Gebundene Ausgabe)
Wenn in einigen Wochen der Wahlkampf für den neuen Bundestag zu Ende gegangen sein wird, wenn der Wähler gesprochen hat und der neue Bundestag aus drei größer gewordenen kleinen und zwei kleiner gewordenen großen Parteien besteht, die Regierungsbildung schwierig wird, dann wird sicher auch in der CDU darüber diskutiert werden, wie das vermutlich schlechte Ergebnis zu interpretieren sei und welche Konsequenzen daraus gezogen werden müssen.

Die Parteimitglieder und Funktionsträger der CDU, die das vorliegende Buch von Mariam Lau mit Sorgfalt und genügend Selbstkritik gelesen haben, werden sicher dann etwas dazu sagen können, wie die CDU ihren Status als "letzte Volkspartei" nach dem Niedergang der SPD und der sich anbahnenden Wiedervereinigung der Linken behalten und festigen kann.

Mariam Lau zeigt überzeugend den Zustand einer in sich zerrissenen Partei auf, die aber mit einer klugen und selbstbewussten, dabei aber immer bescheiden auftretenden Frau an der Spitze so viel Potential in sich trägt, wie sie sich selbst gar nicht mehr zutraut.

Akribisch listet sie Fehler und Skandale von CDU-Politikern in den letzten Jahren auf, die nicht nur in Hessen geschehen sind; zwei davon haben allerdings große Schlagzeilen gemacht und zeigen etwas auf, von den Unter- und Hintergrund dieser Volkspartei: erstens der Auftritt des Abgeordneten Martin Hohmann in Neuhof, wo er vor nur knapp hundert Zuhörern Unsägliches über die Juden als Tätervolk" von sich gab.
Und dann, eine durchaus ähnliche Klientel bedienen wollend, der Ministerpräsident Koch mit seinem ausländerfeindlichen Wahlkampf.

Mariam Lau dokumentiert und kommentiert und sie kommt am Ende zu dem Schluss, dass die Sozialpolitik die größte konzeptionelle Schwäche der Unionsparteien" und schlägt vor:
"Wenn die letzte Volkspartei nicht auch noch austrocknen soll, braucht sie mehr ,spirituelle Landschaftspflege'. Der Boden dafür ist da."

Es wäre für unser Gemeinwesen ein großer Verlust, wenn die vielen positiven Wurzeln der Christdemokratie in einem politischen Anpassungsprozeß während des Kampfes um die Macht verloren gingen oder sich zur Unkenntlichkeit abschliffen.

Das vorliegende Buch kann für Parteimitglieder und Aktive auf allen Ebenen eine unabhängig kritische, aber dennoch wohlwollende Stimme sein, die sie bei dieser notwendigen Selbstvergewisserung unterstützen kann.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 7. September 2009
Kundenrezensionen:
3. Einblicke ohne Ausblicke
2. Ein Buch mit Tiefgang, leider bereits nicht mehr ganz aktuell
1. Für die Selbstvergewisserung von Mitgliedern und Funktionären der Partei ein unverzichtbares kritisches, aber wohlwollendes Buch (die aktuell angezeigte Rezension)
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